Panorama von Punta Fea Nera

Adamello - vergletschertes Granitgebirge in den Südalpen


Lago Rotondo mit Lago di Corno Bild vergrößern Blick zum Ghiacciaio dell'AdamelloBild vergrößern

Nach den Bergamasker Alpen, die außer im nordöstlichen Teil, den wir vielleicht im nächsten Jahr besuchen werden, keine spektakulären Höhen weit über 2.500 m aufweisen, verbrachten wir die letzte Woche unseres Urlaubs - sozusagen als Kontrastprogramm - im Adamello, einem im wesentlichen aus Granit aufgebauten Gebirge, das in den höchsten Bereichen vergletschert ist und dessen namengebender höchster Gipfel gut 3.500 m hoch ist. Es gibt allerdings zahlreiche Gipfel über 3.300 m.
Mit Bussen fuhren wir von Bergamo nach Saviore dell'Adamello, einem guten Ausgangspunkt, um zur im Südosten des Gebirges gelegene Hütte Rifugio Prudenzini zu gelangen, von der wir am nächsten Morgen nach Überqueren vieler Blockfelder über den Passo Miller ins gleichnamige Tal gingen, um zwei Nächte im Rifugio Baitone zu verbringen. So konnten wir mit reduziertem Gepäck genüßlich die Gegend erkunden.

Steinböcke lecken in Mauerfugen der Staumauer Bild vergrößern Torrente Poia in der Valle AdameBild vergrößern

Abends fragte uns der Hüttenwirt, ob wir denn die Steinböcke gesehen haben. Nein, also gingen wir noch einmal zur Staumauer unweit der Hütte. Da sollten sie auf der Talseite sein. Wir dachten, nicht recht zu sehen, als wir die Tiere an der Staumauer erblickten, die talseitig mit Natursteinen verkleidet ist. Drei jüngere Steinböcke standen (oder hingen?) tatsächlich an der Staumauer und leckten in den Mauerfugen. Der Mörtel enthält wohl Kalk als lebenswichtiges Mineral, das es sonst im Granit nicht gibt. Manchmal rutschten sie ab, fingen sich aber wieder und setzten ihre "Mahlzeit" fort. Wahnsinn, was die Tiere dafür auf sich nehmen!
Am 24. Juli fing es morgens an zu regnen, als wir nach nur einer Stunde die eigentlich nicht eingeplante Hütte Rifugio Gnutti erreichten. Da es erst gegen 14 Uhr aufhörte zu regnen, entschieden wir uns für eine Übernachtung, da wir so spät nicht mehr durch die triefend nasse Vegetation zur Paßüberquerung starten wollten.
Am nächsten Morgen gab es dann Bilderbuchwetter. Wir gingen wieder zum Rifugio Prudenzini und am nächsten Morgen über den nächsten Paß, den Passo Poia, wo der Sturm eine Pause nicht zuließ. So stiegen wir ab ins hübsche Tal Val Adamè mit seinem schönen Talschluß (Foto rechts) und dem großzügig mäandrierenden Fluß.

Rifugio Lissone mit Monte Foppa Bild vergrößern Brigitte auf erhöhtem AussichtspunktBild vergrößern

Bei der Alm Malga Adamè deckten wir uns mit Käse ein und erreichten kurz darauf das Rifugio Lissone, das von tollen Bergen umgeben ist, siehe linkes Foto. Wir überquerten den zuletzt durch feinen Schutt etwas mühsam zu erreichenden Passo di Forcel Rosso, auf dem Schützengräben und andere Reste des 1. Weltkriegs auffallen. Danach ist der Weg recht schön und führt schließlich zum Rifugio Val di Fumo, ebenso in einem hübschen Tal gelegen.
Für den letzten Aufstieg des Urlaubs gingen wir erst ein Stückchen talaufwärts, bis der Weg zum Passo delle Vacche abzweigt. Nachdem ein ganzes Stück durch Grünerlengrstrüpp zu gehen war, folgte ein schöner Aussichtspunkt mit Blick zum Monte Fumo (Foto links unten). Der Monte Adamello versteckte sich noch, wurde aber weiter oben ebenfalls sichtbar.

Brigitte mit Bergen um den Monte Fumo Bild vergrößern morgendlicher Blick vom Rifugio Carè AltoBild vergrößern

Weiter ging es steil über riesige, aber rauhe Granitplatten, später über Blockfelder zur Paßhöhe. Bevor die Wolken die Sicht versperrten, konnten wir noch die Aussicht genießen. Dann ging es an den Abstief über gut gestufte Blockfelder zur Bocca di Conca, wo wir die markante Brenta-Gruppe sehen konnten. Schließlich erreichten wir unsere letzte Hütte, das Rifugio Carè Alto, die einzige, wo die Bedienung wirklich unfreundlich ist.
Der nächste Morgen brachte noch einmal einen tollen Blick über das wolkenverhangene Tal, siehe rechtes Foto. Den langen Abstieg durch das Tal verkürzten wir uns durch das Anhalten eines Busses, der Wanderer zu ihrem Ausgangspunkt weiter oben gebracht hatte. So etwas unkompliziertes ist halt in Italien möglich. Nach dieser kostenlosen Abkürzung fuhren wir mit dem Linienbus nach Trento und am nächsten Morgen mit dem Zug zurück nach Holzminden.


Tour davor: Bergamasker Alpen - wenig bekannte Berge zwischen Lago di Como und Lago di Garda

Letzte Änderung: 31.8.2017 | Adresse: www.alpenfreunde.info/adamello.php | Menü erstellt mit: Apycom jQuery Menus