Panorama von Punta Fea Nera

Von der Valentinalm bis Sillian

Tal, durch das wir von der Valentinalm zum Valentintörl gingen

Von der Unteren Valentinalm folgten wir meist dem Fahrweg, manchmal auch markierten Abkürzungen, zur Oberen Valentinalm. Die Landschaft bot durch die steilen Felswände schon hier einen grandiosen Anblick, der sich auf dem Weg bergauf zum Valentintörl noch steigerte. Nun ging es auch über einige harmlose Schneefelder, die sich in diesem nordseitigen Tal lange gehalten hatten. Auf dem Valentintörl befinden sich auch zwei geologische Panoramatafeln, die die Berge nicht nur bei ihren Namen nennen, sondern auch die jeweilige Gesteinsart. Die wechselt in den Karnischen Alpen nämlich nicht nur von Berg zu Berg, sondern auch auf viel kürzeren Distanzen. Der aufmerksame Pflanzenfreund bemerkt, daß kalkliebende Arten und solche, die Kalk meiden, recht eng nebeneinander vorkommen. Es folgten noch weitere Erläuterungstafeln zur Geologie des Gebietes.

Da die Strecke recht kurz war, erreichten wir die Wolayer-See-Hütte bereits gegen Mittag. Nachdem wir uns gestärkt und ein paar Wäschestücke gewaschen hatten, wollten wir noch auf den Rauchkofel gehen. Nach einem nur kurzen Weg hörten wir jedoch im Westen Donnergrollen, so daß wir uns nicht zu weit von unserer Unterkunft wegwagten und den Gipfel leider nicht mehr erreichen konnten, auch wenn das Gewitter vorbeizog. Aber sicher war die Wetterlage für den Nachmittag nicht. So konnten wir aber in sicherer Entfernung sowohl Pflanzen fotografieren als auch die Wolken beobachten, die auch am Abend einen schönen Blick boten, als sie plötzlich aufrissen, siehe nachstehendes Foto.
Hier trafen wir auch ein nettes Paar wieder, das wir schon in der Klagenfurter Hütte gesehen hatten. Die beiden starteten schon immer sehr früh, aber abends sahen wir uns in der nächsten Hütte immer wieder. Die beiden schildern ihre Erlebnisse auf www.vergissmi.net

Wolkenspiele am Wolayer See

Morgens wanderten wir zuerst durch ein recht flaches Tal, vorbei an der Oberen Wolayer Alm, dann zunehmend steil zum Giramondopaß. Auch hier mußten wir wieder zusehen, wie sich die Wolken schon früh in die Höhe entwickelten, dann aber zum Glück friedlich blieben. Vom Paß aus ging es wieder in ein Tal hinunter, vorbei an einer Herde weidender Esel, schließlich wieder hinauf zum Öfner Joch. Von hier konnten wir unsere nächste Hütte, das Hochweißsteinhaus, sehen, die wir kurz darauf erreichten.

Der nächste Tag forderte frühes Losgehen, da die Strecke mit 7 bis 8 Gehstunden recht lang ist. Wir wählten von den möglichen Routen die alpinste aus, da sicheres Wetter angesagt war und wir uns die nach Westen hin immer schönere Landschaft am Karnischen Kamm von oben ansehen wollten.

Der Weg zum Luggauer Törl ging auch über ein Schneefeld, das sich in einem Tal unter dem Hochweißstein hielt, war aber eine harmlose Angelegenheit. Schön ist die Pflanzenwelt dort oben und auf dem weiteren Weg, der mit wenig Höhenunterschied auf einem grünen Grat entlangführt, auf dem die Steinkarspitze mit 2524 m die höchste Erhebung ist. Bei dem guten Wetter reichte der Blick erstmals bis zu den nicht mehr weiten Dolomiten.

Im weiteren Verlauf gab es etwas mehr Steigungen. Einige Kuppen mußten noch überschritten werden. Als dann die Porzehütte erstmals sichtbar war, freuten wir uns aber doch, das Ziel des Tages erreicht zu haben.

Die Alpenfreunde vor der Großen Kinnigat

Die folgende Etappe bot ebenfalls einige landschaftliche Höhepunkte. An einem steileren Hang hörten wir morgens eine ganze Zeit lang einen Luchs rufen. Über einen kleinen, namenlosen Paß sowie den Heretriegel wanderten wir ohne viel Höhenverlust zum Talschluß, in dem der Obere Stuckensee liegt. Nun ging es bergauf zur Filmoor-Standschützenhütte. Das ist eine niedliche Hütte, die wir, wenn sie günstiger läge, gerne zum Übernachten gewählt hätten. Aber so stärkten wir uns dort und gingen weiter in Richtung Obstanser See. Leider war das Wetter nicht ganz sicher, so daß wir auf die Besteigung der Großen Kinnigat (siehe Foto rechts) verzichteten. Es blieb zwar trocken, aber da wir noch einige Stunden Weg vor uns hatten, gingen wir am Hang über Schuttfelder auf die nur wenig niedrigere Pfannspitze, über die der Karnische Höhenweg führt. Der Obstanser See ist von hier aus noch nicht zu erkennen. Erst kurz vorm Ziel kann man ihn und seine Hütte sehen.

Tiefhängende Wolken waren am nächsten Morgen ein geradezu ungewohnter Anblick, waren wir doch mittlerweile gewohnt, jeden Morgen erst einmal wolkenlosen Himmel zu haben. Etwas verwöhnt waren wir schon! Wir ließen uns nicht beirren und wanderten los, was immer wieder andere Wolkenspiele bot, da es nicht einheitlich grau war, sondern an verschiedenen Stellen aufriß. Nachdem wir auf dem diesjährigen Abschnitt nur wenige Säugetiere sahen (keine Steinböcke, kaum Gemsen), konnten wir immerhin ein Murmeltier vor seinem Bau fotografieren.
Der weitere Verlauf des Weges hat keinerlei Schwierigkeiten und bietet bei besseren Verhältnissen sicher schöne Aussicht.

Unterstand aus dem 1. Weltkrieg

Der Karnische Höhenweg ist ja - wie die Dolomiten und andere Bereiche der italienischen Alpen - Zeugnis des 1. Weltkriegs. Immer wieder trifft man auf Schützengräben, Mauern und, wie rechts zu sehen, Unterstände, für die Löcher in die Berge getrieben wurden. Auch der kleine Friedhof auf dem Hochgräntenjoch, an dem wir am Weg zu unserer letzten Hütte vorbeikamen, zeugt von den vielen Toten.
Der restliche Weg zur Sillianer Hütte ist ebenfalls ausgesprochen leicht zu gehen. Es bietet sich noch an, mit einem kleinen Abstecher das verlockende Gipfelkreuz der Hollbrucker Spitze mitzunehmen. Die Wolken waren zwar wieder kleiner geworden, aber es war recht dunstig. Trotzdem haben wir den Blick zu den Dolomiten, im unteren Bild die 3 Zinnen, als sehr beeindruckend empfunden. Immerhin trennte uns nur ein Tal von diesen mächtigen Bergen.

Mit der Sillianer Hütte war nun die letzte Hütte unseres Urlaubs erreicht. Hier sahen wir auch manche Radfahrer, die die Schotterstraße aus dem Pustertal heraufgeradelt waren. Ebenso ist die Hütte bei wandernden Tagesgästen sehr beliebt.
Somit blieb uns für den letzten Tag nur der Abstieg nach Sillian. Ein schöner und zunehmend alpiner Teil unserer Alpen-Längsdurchquerung ging zu Ende. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, haben viele schöne Eindrücke gesammelt und konnten glücklich und dankbar zurückblicken auf 2 Wochen voller Alpen-Erlebnisse. Das machte Vorfreude auf den nächsten Abschnitt...

Etappe 6, Teil 1: Von Sillian bis zur Bonner Hütte

Letzte Änderung: 26.11.2017 | Adresse: www.alpenfreunde.info/etappe_5_3.php | Menü erstellt mit: Apycom jQuery Menus