Panorama vom Brisen (südlich des Vierwaldstättersees)

Via Alta Vallemaggia - Wandern auf dem Höhenzug zwischen Vallemaggia und Val Verzasca


Blick vom Madone
Blick vom Madone

Der Höhenweg Via Alta Vallemaggia im Schweizer Kanton Ticino (Tessin) verläuft auf dem Bergrücken, der sich von Locarno aus nach Nordwesten erstreckt. Details lassen sich auf einer eigenen Internetseite nachlesen. Man benötigt einige Tage, um Fusio zu erreichen. Schwierig ist der Weg nicht, wenngleich Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig sind.
Der übliche Startpunkt ist die Seilbahn-Bergstation Cardada oder Cimetta. Wir sind allerdings komplett zu Fuß gegangen, was wir auf keinen Fall bereut haben, ist es doch ein schönes Erlebnis, aus dem quirligen Locarno, vorbei an der Kirche Madonna del Sasso durch die schon viel ruhigeren, höheren Siedlungsgebiete schließlich in den Wald zu kommen. Während die Temperatur stieg, konnten wir also im Schatten langsam nach oben steigen. Der Blick wurde dabei immer umfangreicher. Im Gasthof Lo Stallone verbrachten wir die erste Nacht. Unvergeßlich ist der Blick von dort hinunter zum See, wenn abends die Orte beleuchtet sind. Sogar der Vollmond spiegelte sich im See!

Blick von der Alpe di Nimi
Blick von der Alpe di Nimi

Der weitere Weg führt oft über die Bergrücken und damit auch über manche Gipfel, so nach der Cima de la Trosa über den Madone und - wenn man einen kleinen Umweg macht - den Pizzo di Corbella. Durch die zunehmende Entfernung vom See beeindruckten jetzt mehr die Blicke in die Täler und auf die umliegenden Begketten, natürlich auch zu den Eisriesen der Walliser und Berner Alpen.
Nach der Bocchetta d'Orgnana verläuft der Weg bis zur Alpe di Nimi fast eben am Hang entlang. Hier hütet Pietro Zanoli seine Ziegen, stellt leckeren Käse her und bewirtet seine Gäste. Wer ausreichend kältefest ist, kann die stets mit Quellwasser versorgte Badewanne zu einem erfrischenden Bad mit toller Aussicht nutzen, siehe Foto rechts.

Alpe Masnee
Alpe Masnee

Am nächsten Morgen ging es sofort bergauf zum Passo di Nimi, wo sich der Blick in die Val Verzasca und zu den darüber liegenden Bergen öffnete. Am Morgen drang feuchte Luft vom See in die Täler, was eine reizvolle Stimmung zauberte.
Der Weg verläuft oft in Gratnähe, bisweilen mit leichter Kraxelei, über die Cima di Nimi stets luftig und aussichtsreich bis zum Sattel unter dem Berg Madom da Sgiof, den wir natürlich noch "mitnahmen", wo er doch so leicht zu besteigen ist.
Schließlich gingen wir hinunter über den Passo Deva zur Alpe Masnee. Das ist eine Gruppe älterer Häuser, die für diesen Höhenweg restauriert wurde. So wurde ein Beitrag zur Erhaltung dieser Architektur geleistet. Das ist sanfter Tourismus. Bewirtet ist die Alpe aber nicht. Die Gebäude sind offen, man muß sich vorher anmelden und etwas zu essen mitnehmen. Kochgelegenheit, Geschirr, gemütliche Tische, alles ist vorhanden. Bis abends trafen weitere Gäste ein, viele aus der deutschsprachigen Schweiz.

Lago di Tomé
Lago di Tomé

Weiter ging es zur nächsten Unterkunft, der Alpe Spluga. Sie ist ebenso wie die Alpe Masnee eine unbewirtschaftete Gruppe von Häusern, zwei zum Schlafen, eine Küche usw. Die Kosten werden vor Ort in einen entsprechenden Behälter entrichtet. Nach dem morgendlichen Start hörten wir im Nebel balzende Birkhähne, konnten sie aber nicht entdecken. Eine tolle Stimmung. Bald löste sich der Nebel auf, die Sonne schien auf die Wolkendecke.
Hinter der Bocchetta del Sasso Bello geht es durch eine steile Rinne bergab. Hier ist es sicher gut, wenn man in der Rinne alleine ist und niemand von oben Steine lostritt. Im weiteren Verlauf müssen immer wieder lange Blockfelder begangen werden, was uns nach einiger Zeit doch nervte. Mal eine Stunde macht das ja durchaus noch Spaß, aber stundenlang ist das wenig attraktiv. Schließlich führte der Weg über den Passo di Client und dann hinunter zum Lago di Tomé mit dem bewirtschafteten Rifugio Tomeo, wo wir es genossen, wieder bekocht zu werden.
Am nächsten Morgen war eine tief beeindruckende Stimmung am See, als ein Alphornbläser ganz alleine spielte. Mit dem Echo von den Felswänden ein unvergeßliches Erlebnis! Da die Capanna Soveltra nach einem Brand nicht benutzbar ist, gingen wir schließlich hinunter in die Val Lavizzara nach Prato.
Zusammenfassend können wir sagen, daß die Wanderung auf der Via Alta Vallemaggia ein tolles Erlebnis war. Natürlich hat das tolle Wetter sehr dazu beigetragen.


Letzte Änderung: 14.10.2019 | Adresse: www.alpenfreunde.info/via_alta_vallemaggia.php